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Kein Urlaub für den Handel

Sommerzeit ist Reisezeit: Payment-Lehren aus Europas Touristen-Hotspots

Sonnencreme, Flip-Flops, Reisepass und die Frage: „Nehmen Sie auch Karte?“ Im August zieht es wieder Millionen Deutsche zu Europas schönsten Stränden, nach Kroatien, Italien, Polen oder Spanien. Doch nicht nur der Blick aufs Meer verbindet diese Reiseziele, sondern auch der Wandel an der Kasse: Von der Strandbar bis zur Ferienwohnung prägt digitales Bezahlen zunehmend den Urlaubsalltag. Ein Blick in Europas Touristen-Hotspots zeigt, wie sich das Payment dort entwickelt hat – und was deutsche Händler:innen und Dienstleister:innen daraus lernen können.

Kroatien: Karte statt Kleingeld

In Dubrovnik, Split und Zagreb ist Kartenzahlung gelebter Alltag – zumindest für Tourist:innen. Zwar werden zwei Drittel aller Zahlungen und die Hälfte aller Umsätze im Land noch bar getätigt. Cafés, Hotels und Restaurants entlang der Küste und in den Städten sind inzwischen aber fast flächendeckend mit Kartenterminals ausgestattet. Nicht ohne Grund: 2024 wurden laut Kroatischer Nationalbank knapp 15 Prozent aller bargeldlosen Zahlungen im Land mit ausländischen Karten getätigt. Das entspricht über 126 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtwert von 6,4 Milliarden Euro. Besonders im Sommer steigt die Kartennutzung in Kroatien sprunghaft an. Die Reisezeit spiegelt sich deutlich in der Statistik.

 

 

Italien: Mi amore, Kartenzahlung per favore!

Seit 2022 sind Unternehmen in Italien gesetzlich verpflichtet, Kartenzahlung anzubieten – auch für Kleinstbeträge wie den Espresso an der Bar. Ansonsten droht ein Bußgeld. Die Folge: Mindestumsatzvorgaben verschwanden und Kartenzahlungen nahmen in den vergangenen Jahren deutlich zu. 2024 wuchs das Gesamtvolumen laut Politecnico di Milano um bemerkenswerte 8,5 Prozent. Dabei wurden fast 90 Prozent aller Kartenzahlungen im stationären Handel kontaktlos getätigt, 19 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Besonders dynamisch zeigte sich das Bezahlen mit Smartphones und Wearables. Sie verzeichneten 2024 einen Anstieg von 53 Prozent gegenüber 2023. Ein deutliches Zeichen, dass Einheimische wie Tourist:innen auf hohen Bezahlkomfort und eine schnelle Zahlungsabwicklung Wert legen.

   

Polen: Der digitale Vorreiter

In der hiesigen Presse kaum diskutiert, aber allen Urlaubern an der Ostsee, in Warschau oder Krakau ist längst klar: Polen hat sich zu einem der modernsten Zahlungslandschaften in Europa entwickelt. 2017 startete dort die Initiative „Cashless Poland“. Ein Zusammenschluss aus Banken, Zahlungsdienstleistern und dem Finanzministerium ermöglichte es Händler:innen, ein Jahr lang kostenlos Kartenterminals testen – ganz ohne Gebühren. Der Erfolg ist selbstredend: Mehr als 500.000 Unternehmen haben ein Bezahlterminal aufgrund der Initiative erhalten. Die Gesamtzahl an Terminals im Land wurde damit verdoppelt. Das zeigt sich auch in den Transaktionszahlen: Wurden 2016 gerade einmal 32 Prozent aller Zahlungen bargeldlos getätigt, waren es 2023 schon 65. Für deutsche Händler:innen interessant: Mit „Deutschland zahlt digital“ läuft seit Frühjahr 2025 hierzulande eine ähnlich gelagerte Initiative.

 

 

Spanien: Livin‘ la vida cashless

Die iberische Halbinsel zeichnet sich durch eine dichte Akzeptanz-Infrastruktur aus. 49 Prozent der Spanier bevorzugen klar bargeldloses Bezahlen im stationären Handel. 19 Prozent davon setzten 2024 bereits auf Mobile Payment per Smartphone oder Wearable. Soweit die Zahlen der Europäischen Zentralbank. Spannend sind auch hier die gesetzlichen Initiativen: Seit 2021 gilt in Spanien ein gesetzliches Barzahlungs-Limit von 1.000 Euro. Alles darüber hinaus muss elektronisch gezahlt werden – was bargeldlose Varianten stärkt.

 

Was der Sommer uns über das Payment verrät

Ob in der Altstadt von Split, beim Marktbesuch in Palermo, im polnischen Küstenort Sopot oder beim Tapas-Essen in Barcelona: Digitales Bezahlen ist aus dem Urlaubsalltag nicht mehr wegzudenken. Kartenzahlung wird nicht nur erwartet, sie ist oft Standard – selbst bei kleineren Beträgen. Wer als Händler:in oder Dienstleister:in in Deutschland noch zögert, verpasst nicht nur Umsatz, sondern auch Anschluss an veränderte Erwartungen. Der Sommer zeigt: Wer heute Kund:innen gewinnen will, muss ihnen die Wahl lassen – auch beim Bezahlen.

Neben einem breiten Mix an Zahlungsarten zählen dabei die kleinen Extra-Services, die Tourist:innen das Leben leichter machen. Dazu gehört eine digitale Währungsumrechnung am Terminal, genannt DCC für Dynamic Currency Conversion. Oder Tax Free für steuerfreies Einkaufen. Weitere Tipps, wie sich Händler:innen in Deutschland am besten für ausländische Gäste aufstellen, verrät Mathias Böhm von VR Payment im #PaymentPower Podcast.

 

 

Bildquellen

Headerbild:
© Canva; baona von Getty Images Signature

Länderbilder:
Kroatien: © Canva; Luciann Photography von Pexels
Italien: © Canva; Heidi_ziller von pixabay
Polen: © Canva; Gosiek-B von Getty Images Signature
Spanien: © Canva; Attila Marosi von Pexel

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