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Brauche ich in meinem Geschäft eine Kreditkartenakzeptanz?

Rolf Ulmeier über die Kreditkartenakzeptanz im stationären Handel im #PaymentPower Podcast Nr. 83

In den Portemonnaies der Konsument:innen tut sich was: Wo früher nur Münzen und Scheine residierten, findet sich heute meist ein bunter Stapel an Bezahlkarten. Oder: leere Fächer. Denn immer öfter wandern die digitalen Pendants dieser Karten direkt in die virtuelle Geldbörse auf dem Smartphone. Für Händler:innen lohnt es sich, genau zu verfolgen, womit ihre Kund:innen am liebsten bezahlen. Denn nichts ist ärgerlicher als einen Kunden wieder wegschicken zu müssen, weil man sein bevorzugtes Zahlungsmittel nicht annehmen kann.

Welche verschiedenen Kartentypen sind heute im Umlauf?

  • Die girocard:

Die girocard, früher als EC-Karte bekannt, ist ein deutsches Zahlungssystem für den Handel und die Barabhebung am Geldautomaten. Alle Transaktionen mit girocard werden direkt auf dem Girokonto des Karteninhabers verbucht. Eine girocard ist leicht an ihrem Logo mit der Aufschrift „girocard“ zu erkennen. Nach Schätzungen der Deutschen Kreditwirtschaft sind etwa 100 Millionen girocards in Deutschland im Umlauf.

  • Die Kreditkarte:

Kreditkarten sind Teil eines anderen Zahlungssystems. Eine Kreditkarte gewährt dem Inhaber einen Kredit, weshalb das Konto des Karteninhabers bei einer Zahlung nicht sofort belastet wird. Die bekanntesten weltweit agierenden Kreditorganisationen sind Mastercard und Visa. Im Gegensatz zur girocard haben Kreditkarten neben dem Markenlogo auch eine dreistellige Kartenprüfnummer. Bis Ende 2021 wurden nach Angaben der Europäischen Zentralbank in Deutschland etwa 38,4 Millionen Kreditkarten ausgegeben.

  • Die Debitkarte:

Statt der girocard geben derzeit viele Banken, insbesondere Direktbanken, Debitkarten der Kreditkartenorganisationen Mastercard und Visa aus. Für Karteninhaber:innen funktionieren diese Debitkarten ähnlich wie eine girocard, da die Zahlungen direkt verbucht werden. Allerdings laufen diese Zahlungen über das Kreditkartensystem und können im girocard-Netzbetrieb nicht verarbeitet werden. Hat ein:e Händler:in keine Kreditkartenakzeptanz, lehnt das Kartenlesegerät deshalb auch die Debitkarte ab. Da immer mehr dieser Karten im Umlauf sind, passiert das in letzter Zeit häufiger – Händler:innen vermuten dann immer wieder fälschlicherweise, ihr Kartenlesegerät sei defekt.

Der Trend zur Debitkarte: Ursprung, aktuelle Umlaufzahlen und Ausblick

Hintergrund für die vermehrte Ausgabe von Debitkarten ist derzunehmende Bedarf nach einer Karte, mit der online sowie im Ausland bezahlt werden kann. Hinzu kommt der Wegfall des Maestro Co-Badges, einer Zusatzfunktion von Mastercard, die den Einsatz der deutschen girocard im EU-Ausland ermöglichte. Banken haben nun die Wahl, ob sie reine girocards ohne diese Zusatzfunktion herausgeben, ihre girocards mit einer Mastercard- oder Visa-Debitfunktion kombinieren oder reine Master- oder Visa-Debitkarten herausgeben. Insbesondere Direktbanken entscheiden sich derzeit verstärkt für die letztgenannte Variante.

Genaue Daten über die Anzahl der Debitkarten in Deutschland liegen nicht vor. Nach Angaben von Visa sind jedoch bereits etwa 13 Millionen Visa Debitkarten ausgegeben worden, was einem Marktanteil von etwa 11 Prozent der insgesamt 121 Millionen Debitkarten und girocards entspricht, die laut Bundesbankstatistik auf dem deutschen Markt im Umlauf sind. Für Mastercard liegen zwar keine genauen Zahlen vor, es ist aber davon auszugehen, dass der Anteil ähnlich oder etwas geringer ist.

Die Bedeutung von Debit- und Kreditkarten nimmt insbesondere durch den Vormarsch des mobilen Bezahlens mit Diensten wie Apple Pay und Google Pay zu, bei denen in der Regel eine Kreditkarte hinterlegt ist. Die Annahme, dass Kreditkarten früher nur den Besserverdienenden vorbehalten waren, trifft heute nicht mehr zu. Kreditkarten sind heute für alle Kundensegmente relevant, da sie für Reisen außerhalb der EU und für Online-Buchungen unverzichtbar sind.

Kreditkartenakzeptanz – ist das nicht zu teuer?

Die Sorge vor einer Kostenfalle ist unbegründet, denn die Gebühren für die Kreditkartenakzeptanz sind heute deutlich niedriger als früher. Auch die Annahme, dass Kund:innen dann immer mit Kreditkarte bezahlen, ist ebenfalls nicht korrekt, da sie in der Regel ihr bevorzugtes Zahlungsmittel nutzen. Nehmen Händler:innen dieses nicht an, könnten Kund:innen sogar eher fernbleiben.

Was Händler:innen jetzt tun können

Für Händler:innen empfiehlt es sich, ihre Zahlungsakzeptanzen zu prüfen.  VR Payment und ihre lokalen VR-Bankberater:innen unterstützen dabei gerne. Gut zu wissen: Die Kreditkartenakzeptanz ist bei den VR Payment Lösungen heute bei Neuverträgen und bei den Kompaktmodellen standardmäßig enthalten.

Noch unsicher, ob sich eine Kartenakzeptanz generell lohnt? Mit unserem Kartenkalkulator lässt sich jedes individuelle Szenario schnell berechnen.

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